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Veränderung: das Dilemma mit dem Mindset

Liebe Leserin, lieber Leser.

Strategische Neuausrichtung, digitale Transformation, Ausrichtung der Aufbauorganisation nach den Kundenbedürfnissen – das sind Veränderungsinitiativen, die vielfach Top-Down entschieden werden.

Warum Dilemma?
Die Erwartungshaltung des Managements an die Mitarbeiter ist, dass der neue Weg mitgetragen und auch mitgestaltet wird. Das entsprechende Mindset dafür wird eingefordert, vorausgesetzt oder versucht, durch Schulungen zu vermitteln – meist vergeblich.

Was ist ein Mindset?
Als Mindset bezeichnen wir die Überzeugungen, die Denkweisen bzw. die innere Haltung eines Menschen. Diese Eigenschaften werden sehr stark von den Erfahrungen geprägt – von positiven, wie auch von negativen Erfahrungen. Von Erfahrungen aus der Vergangenheit, aber auch von Erfahrungen, die im hier und jetzt im aktuellen Umfeld gemacht werden.

2 Arten von Mindset
Die Psychologin Carol Dweck, Professorin an der Stanford University und Autorin des Buches “Mindset”, unterscheidet zwischen zwei Arten von Mindset: dem Fixed Mindset und dem Groth Mindset. Personen mit einem Fixed oder statischem Mindset gehen davon aus, dass ihre Fähigkeiten festgeschrieben und somit nicht veränderlich sind. Ein mögliches Scheitern wird dieser Logik zugeschrieben, was sich letztendlich immer wieder bestätigt.  Menschen mit einem Groth oder dynamischen Mindset sehen für sich ständige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, zur Veränderung und zum Wachstum. Das Scheitern wird im Vorhinein als Möglichkeit akzeptiert und als Teil des Lernprozesses positiv konnotiert. Dweck spricht allerdings nicht von einer unveränderlichen Festlegung, ob das Mindset statisch oder dynamisch ist. Je nach Lebensbereich, Umfeld oder der jeweilig eingenommenen Rolle, überwiegt die Vorfreude oder die Angst vor Veränderung.

Meine Erfahrungen als Wirtschaftsmediatorin
Meiner Erfahrung nach ist nicht jedes System bereit, ein Growth Mindset zuzulassen. Offen zu sein für neue Projekte, die zunächst nur Experimente sind, ohne Garantie, auch erfolgreich zu sein. Offen für neue Formen der Zusammenarbeit und vieles mehr.

Daher ist auf die Frage, wie fördern wir ein gesundes, starkes Mindset in unseren Teams, zuerst einmal die Gegenfrage zu stellen: Haben wir genug Raum und Möglichkeiten geschaffen? Vertrauen wir den Menschen, die mit uns und für uns arbeiten und vertrauen sie uns? Nützen wir die Potenziale, die dafür zur Verfügung stehen können, wirklich?

Wir leben in der sogenannten VUCA-Welt (volatil, unsicher, komplex, ambivalent). Zwischen Ursache und Wirkung lässt sich oft kein Zusammenhang mehr herstellen. Langfristige Detailplanungen haben keinen Anspruch mehr auf realistische Zielerreichung. Zu alledem hat Covid-19 zusätzlich zur Komplexität des Marktes nun auch die Möglichkeiten der sozialen Interaktionen und Zusammenarbeit grundlegend verändert.

Wie können wir uns nun in einer scheinbar chaotischen Welt zurechtfinden, wie können wir handlungs- und entscheidungsfähig bleiben? Welche konstruktiven Bewältigungsstrategien gibt es, um nicht in der Ignoranz oder Arroganz, im Zynismus, in der Aggression oder im Burn-out zu landen? Wie können wir den Mitarbeitern helfen, ihr Growth Mindset zu entwickeln?

In Projekten setzen wir auf Teamgeist, konstruktive Bewältigungsstrategien, Feedbackkultur und Vorbildwirkung
Sandra Thaler
Wirtschaftsmediatorin & Consultant und Juristin
  • Vorbildwirkung: Eine Führungskraft mit Growth Mindset lernt auch von ihren Mitarbeitern. Sie gesteht sich selbst ein, nicht alles wissen zu können und auch Fehler zu machen und auch machen zu dürfen. Eine Unternehmenskultur, deren höchste Priorität das lebenslange Lernen ist, bringt das Beste aus ihren Mitarbeitern hervor und zieht die besten Mitarbeiter an.
  • Fehlerkultur: Fehler sind ein essenzieller Teil der Lernkurve, um aus Experimenten heraus innovative neue Lösungen entstehen zu lassen. Nach wie vor ist es verbreitet, dass auf einen Fehler die reflexartige Suche nach dem Schuldigen folgt. Die Angst vor Konsequenzen hemmt die Motivation, Neues auszuprobieren, es herrscht Stagnation. Wir müssen nicht die Fehler feiern, die gewonnene Erkenntnis sehr wohl.
  • Feedbackkultur: Feedback geben und auch nehmen zu können ist eine Kernkompetenz von Menschen mit Growth Mindset. Konstruktives Feedback, ungeachtet ob es sich um Kritik oder um Lob handelt, zeigt einen Weg auf, wie sich jemand weiterentwickeln oder verbessern kann.

Fazit: Veränderung bedeutet in der Regel, etwas zu tun, das wir noch nicht getan haben. Nicht die Angst vor der Ungewissheit soll dabei der Begleiter sein, sondern die Neugierde und die feste Überzeugung, voranzukommen.

Der Beitrag ist Teil unserer Themenwochen im April: Veränderung und Veränderungsprozesse mit vier Schwerpunkt-Postings auf unseren Social Media Kanälen, einem Live-Talk am 22.4.2021, Uhrzeit: 17.00 – 17.30 Uhr
und dem Webinar „Veränderungen erfolgreich gestalten“ am 29.4.2021, 18.00-19.00 Uhr (weitere Termine ab Herbst 2021)
Info und Anmeldung: 
 https://sandrathaler.com/veraenderungen-erfolgreich-gestalten/

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Unternehmensnachfolge

Unternehmen kaufen – was ist zu beachten?

"Viele Interessen, ein gemeinsames Ziel"
Sandra Thaler
Nachfolgeconsultant & Wirtschaftsmediatorin,

Liebe Leserin, lieber Leser,

welche Fragen sollten Sie sich bei einem Unternehmenskauf jedenfalls stellen?

bei M&A-Projekten ist eines derzeit besonders interessant: der hohe Stellenwert der Unternehmenskultur.
Als Wirtschaftsmediatorin fällt mir auf, dass, wer ein Unternehmen erwerben möchte, dabei auf ein rentables Unternehmen mit einem bestimmten Umsatz setzt. Neben einer stabilen Profitabilität und einer Wertschöpfungstiefe sind vor allem ein starkes Team mit einer starken Kultur gefragt.

Das ist gut so, denn die Kultur lebt nach einer Übernahme weiter und Sie sollten Sie kennen.

Buch: "Erfolgreiche Unternehmensnachfolge"

 

M & A* – Woran erkennen Sie, wie es um die Kultur eines Unternehmens steht?

An drei Merkmalen erkennen Sie rasch, wie die es um die Kultur eines Unternehmens steht:

  1. Beobachten und analysieren Sie die menschlichen Beziehungen und den Umgang zwischen Führungskräften mit Mitarbeitern. Auch in den Teams erkennen wir, ob und wie viel gegenseitiges Vertrauen besteht.
    Eine wichtige Frage, die ich im Zuge von Nachfolgeprojekten häufig stelle: „Wie offen kommunizieren die Führungskräfte mit Ihnen und untereinander?“
    Es zeigt sich rasch, ob und wie Teamwork gelebt wird und ob Menschen sich in  Loyalität zueinander verbunden fühlen oder eben nicht.
  2. Welchen Stellenwert hat das Lernen & Weiterbilden? Hier stelle ich gerne die Frage: “Wie offen ist Ihr Arbeitsumfeld für Weiterbildung und kreative Ideen? Es zeigt sich schnell, ob die Menschen hier Neues ausprobieren und Führungskräfte, Innovation, Wissen und Abenteuer fördern.

* Mehr über Mergers & Acquisitions lesen Sie im Februar-Blog und im neuen Buch „Erfolgreiche Unternehmensnachfolge„.

3. Gibt es genug Ordnung und ein koordiniertes, abgestimmtes Vorgehen im Betrieb? Wo arbeiten die Menschen nach einer gewissen Systematik und einer bewährten Struktur und wo arbeitet jeder für sich dahin?

Eine gute Kultur zeigt sich auch daran, dass das Unternehmen ein systematisierter Ort ist, an dem die Menschen sich anpassen können und wollen.
Führungskräfte legen Wert auf eine Mischung von bewährten Traditionen und Abläufen, die eingehalten werden und den neuen Entwicklungen, die wir forcieren.

Tipp: Eine Kultur zu verändern, setzt professionelle Methoden, Erfahrung sowie den Einsatz von Hard und  Soft Skills voraus.

Führen Sie rechtzeitige Gespräche, nicht nur über den genauen Übergabegegen­stand, sondern die dazu gehörigen Konditionen.

In den Nachfolgeprozessen, die ich als Wirtschaftsmediatorin und Nachfolgeconsultant leite, sind ehrliche Antworten auf folgende Fragen gefragt:

  • Welche Gegenleistungen werden vom Nachfolger oder der Nachfolgerin über die bekannten Standpunkte hinaus erwartet?

    Bedenken Sie: Nachfolgelösungen sind in keinem Prozess dokumentiert, weil es die Lösung noch nicht gibt. Die Lösung entsteht, indem wir sie durch das ordentliche Vorbereiten und Aus­verhandeln schaffen

"Der Vorteil für jeden besteht in der Klarheit hinsichtlich der gemeinsamen Ziele, Erwartungen und Interessen".
Mag. Sandra Thaler
Nachfolgeconsultant & Mediatorin

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Unternehmensnachfolge

Die wichtigsten Fragen zur Unternehmensnachfolge

"Planbarkeit & Weitblick: die Stärke des Nachfolgeprozesses liegt im Gesamtkonzept"
Sandra Thaler
Nachfolgeconsultant & Wirtschaftsmediatorin

Liebe Leserin, lieber Leser,

welche Fragen sollten Sie sich bei einem Unternehmensverkauf, -kauf oder einer Nachfolge im Familienbetrieb jedenfalls stellen?

Klar ist, die Unternehmensnachfolge stellt für viele Unternehmer eine Herausforderung dar. Dabei ist es im Mittelstand häufig eine emotionale Frage für alle Beteiligten. Für eine erfolgsversprechende Nachfolgestrategie berücksichten wir daher persönliche, betriebswirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Aspekte. Corona war auch im Jänner/Februar 2021 definitiv NICHT der Hauptfokus in gegenwärtigen Nachfolgeverhandlungen. Es sind vielmehr ganz individuelle Fragestellungen, die in diesem Blog-Beitrag skizziert werden.

Jedes Unternehmen ist individuell. Mit seiner Entstehung, Entwicklung, den Produkten und Dienstleistungen und natürlich den Menschen. Das Bewusstsein für die Stärke des Unternehmens ist die Ausgangslage für eine erfolgreiche Nachfolge.

Wenn sich innerhalb des Unternehmens kein Nachfolger findet, kann das Unternehmen durch Verkauf weitergeführt werden.

 

Beispiel 1: Der Verkauf des Unternehmens

Vor 20 Jahren hat X. die Werkzeugmaschinen Gmbh gegründet und sucht vor dem Pensionsantrittsalter einen Nachfolger, der das gesunde Unternehmen langfristig weiterführt und damit auch Arbeitsplätze sichert. Gleichzeitig sucht ein erfolgreicher Techniker ein Unternehmen mit Wertschöpfungstiefe und Profitabilität zum Kauf. Die beiden lernen sich kennen, verstehen sich auf Anhieb und fixieren nach wesentlichen Verhandlungen die Nachfolge. Die Mitarbeiter sind durch die neu geschaffene Perspektive motiviert und eine neue Ära beginnt.

M & A – Was ist bei einem Verkauf unbedingt zu beachten?

Mergers & Acquisitions ist ein Sammelbegriff für Transaktionen wie Fusionen, Unternehmenskauf, Betriebsübergänge, fremdfinanzierte Übernahmen, Outsourcing/Insourcing, Spinoffs, Carve-outs und Unternehmenskooperationen.

Wer ein Unternehmen oder Anteile verkaufen will, wird „die eigene Braut schmücken“ und nach einem passenden Käufer Ausschau halten.

Naturgemäß gestalten sich Verhandlungen, bei denen es keine familiären Berührungspunkte gibt, etwas einfacher. Dennoch ist es mehr als eine reine Kaufpreisverhandlung.  Hier können Bewertungsfragen und Haftungsrisiken zu Spannungen führen, denn sowohl Verkäufer als auch Käufer haben ihre Interessen zu wahren. Niemals dürfen Entscheidungen zu un­überlegt oder einseitig betrachtet werden. Auch die Frage, mit wem allfällige verbleibende Gesellschafter bzw. in welchem Anteilsverhältnis sie zusammenarbeiten wollen und können, sind sorgfältig zu klären.

Beispiel 2: Der Kauf eines Unternehmens

Sie sind auf der Suche nach Ihrem neuen Unternehmen?
Häufige Kriterien dabei sind die Profitabilität und ein starkes Team mit einer ansprechenden Unternehmenskultur. Je stabiler und wachstumsorientierter ein Unternehmen, desto attraktiver ist es für einen potenziellen Käufer.

Vorsicht: „Eine angestrebte Mehrheitsbeteiligung sollte nur realisiert werden, wenn die Beteiligten auch zusammen passen. Sind ungelöste Konflikte im Unternehmen. sind diese zuvor unbedingt zu lösen, zum Beispiel mit Mitarbeitern, die weiterhin im Unternehmen bleiben“.

Welche Fragen sollten Sie sich bei einem Kauf stellen?

Wie zukunftsfähig ist das Unternehmen, das sie zu kaufen beabsichtigen?
Dabei bewährt sich auch der Blick auf die Kontinuität gegenüber den be­stehenden Vertragspartnern wie Kunden, Lieferanten, Personal.

Der Kaufgegenstand und die Haftungsfragen sind ebenso wesentlich wie der richtige Zeitpunkt für den Kauf bzw. operativen Einstieg in das neue Unternehmen.
Worauf basiert der Kaufpreis?

Gerade, wenn Sie selbst operativ einsteigen, ist es wichtig, sich mit den Voraussetzungen für die Über­nahme des Betriebes und der Berufs- und Branchenerfahrung auseinander zu setzen, die Sie selbst einbringen.
Finanzierung und Fördermöglichkeiten sind ebenso wichtig wie die Begleitung durch Beratung, Moderation, Coaching oder gegebenenfalls Mediation.

Tipp: Lernen Sie das Unternehmen und die Belegschaft vor Ort richtig kennen, bevor Sie sich für den Kauf entscheiden. So können Sie sich schneller einen realistischen Überblick verschaffen, ob Sie Ihre Vorstellung tatsächlich realisieren können und was Ihnen im Weg steht.

 

Beispiel 3: Unternehmensnachfolge im Familienbetrieb

 Ein Familienunternehmen denkt in Generationen. Es braucht fachlich geeignete, motivierte Nachfolger, die den Betrieb wettbewerbsfähig weiterführen können. Die Eignung und freiwillige Entscheidung für die Übernahme spielen dabei eine zentrale Rolle.

Kommen mehrere Personen als Nachfolger in Frage, können Rivalitäten und Konkurrenzfragen die Nachfolge blockieren. Ein Konsens zwischen den Beteiligten stellt den Rückhalt für die Nachfolger sicher.

Was ist bei der Nachfolge im Familienbetrieb unbedingt zu beachten?

Objektive Kriterien sind die Basis für die richtige Nach­folgeentscheidung. Die Erstellung eines An­forderungsprofils, das auf das individuelle Unternehmen ab­gestimmt ist, ist zu empfehlen.

Ein Beispiel für ein NachfolgerAnforderungsprofil:

  • Fachliches Know-How & Erfahrung
  • Bereitschaft zu hohem Arbeitseinsatz
  • Führungskompetenz
  • Die Verantwortung und Tätigkeit passt zum Wesen und zum Lebensplan des Nachfolgers/der Nachfolgerin
  • Schreiben Sie sich selbst auf, welche weiteren Anforderungen der Über­nehmer noch erfüllen soll und erstellen Sie Ihre persönliche Checkliste: Schreiben Sie Ihre Kriterien auf: Was erwarten Sie sich konkret als Gegenleistung von der Person, die das Unter­nehmen übernehmen soll.

Tipp:  Rechtzeitige Gespräche über den genauen Übergabegegen­stand und die dazu gehörigen Konditionen sind essenziell für den Erhalt des friedlichen Zusammenlebens

In den Familienkonferenzen, die ich als Wirtschaftsmediatorin und Nachfolgeconsultant leite, sind ehrliche Antworten ua auf folgende Fragen gefragt:

  • Welche Gegenleistungen werden vom Nachfolger oder der Nachfolgerin erwartet? Ein Unternehmen zu übernehmen ist kein Geschenk, sondern mit viel Arbeit, Rechten und Pflichten verbunden. 
    Klarheit vor Harmonie!

Früher ist die Kommunikation wie die Arbeit prozesshaft ab­gewickelt worden. Schritt für Schritt, allen war klar, auf A folgt B. Durch die hohe Dynamik heutzutage ist vieles un­vorhersehbar geworden. Nachfolgelösungen sind in keinem Prozess dokumentiert, weil es die Lösung noch nicht gibt. Die Lösung entsteht, indem wir sie durch das ordentliche Vorbereiten und Aus­verhandeln schaffen.

"Der Vorteil für jeden der Beteiligten besteht in der Klarheit hinsichtlich der eigenen und gemeinsamen Ziele, Erwartungen und Interessen".
Mag. Sandra Thaler
Nachfolgeconsultant & Mediatorin

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Unternehmensnachfolge

Unternehmensnachfolge in Zeiten von Corona

"2021 Entscheidungen zeitnah treffen und gut abgestimmt vorgehen"
Sandra Thaler
Nachfolgeconsultant & Mediatorin

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Nachfolgeprozesse haben sich 2020 durch die Coronapandemie grundlegend verändert und beschleunigt. Je nach Branche verunsichert Corona mehr oder weniger. Jedenfalls beeinflusst Corona die Märkte.

Neben den unterschiedlichen Standpunkten der Beteiligten, der Aufrechterhaltung der Liquidität kommt es jetzt noch mehr auf die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit der Akteure und den Weitblick auf die Märkte, Kunden und das dem Zeitgeist angemessene Handeln an. 

Rechtzeitige Unternehmensnachfolge mit Weitblick

Die Nachfolge wird in den meisten Fällen trotz Corona oder gerade wegen Corona noch intensiver durchgeführt.
Üblicherweise dauert ein Nachfolgeprozess innerhalb eines Familienunternehmens  rund zwei Jahre.

Momentan kommt es da und dort zur zeitweiligen Unterbrechung von Übergaben, die noch vor Ausbruch der Krise begonnen haben. Ein Beispiel dazu: ein Unternehmerehepaar übergibt den Handelsbetrieb an den Sohn. Der Betrieb wird mit rund zwei Millionen Euro bewertet. Die zwei Töchter müssen ausgezahlt werden, für die Übergeber wird eine Leibrente festgesetzt. Das Unternehmen schreibt 2020 Verluste, durch die Pandemie droht 2021 Ähnliches. Es ist wichtig, kühlen Kopf zu bewahren und sich vor Augen zu führen, was über 30 Jahre gut funktioniert hat. Zeitgleich besteht jetzt die Chance für die jüngere Generation, den Betrieb zu restrukturieren und Kosten zu reduzieren.

Der gemeinsamen Nenner
Im Zuge einer Unternehmensnachfolge sind mindestens zwei, meistens mehrere Personen beteiligt. Wenn persönliche und betriebliche Interessen kollidieren, setzen wir besondere Gesprächsmethoden ein, um den gemeinsamen Nenner zu finden.

Beratungstermin buchen

Was ist maßgebend für den Erfolg der Unternehmensnachfolge?

Fünf Kernelemente jeder erfolgreichen Nachfolge sind:

  1. Eine klare Entscheidung für den Nachfolger
  2. Der richtige Zeitpunkt
  3. Fairness für die Beteiligten
  4. Die strategische Neuausrichtung
  5. Tragfähige Verträge

Schritt 1: Wer wird Nachfolger?

Ein Familienunternehmen denkt in Generationen. Es braucht fachlich geeignete, motivierte Nachfolger, die den Betrieb wettbewerbsfähig weiterführen. Die Eignung und freiwillige Entscheidung für die Übernahme spielen dabei eine zentrale Rolle. Ein wesentlicher Faktor für die Basis einer Entscheidung ist die Kenntnis über die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, insbesondere die Verbindlichkeiten und die erzielbaren Erträge. Welche Gegenleistungen werden vom Nachfolger oder der Nachfolgerin erwartet? Ein Unternehmen zu übernehmen ist kein Geschenk, sondern mit viel Arbeit, Rechten und Pflichten verbunden.

Schritt 2: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der richtige Zeitpunkt ist erkennbar

  1. an der inneren Bereitschaft der Beteiligten für die Nachfolge
  2. an der finanziellen und rechtlichen Möglichkeit (Möglichkeit, in Verträge einzutreten, Förderungen, Kredite etc.)

Im Idealfall lässt sich die Betriebsnachfolge zeitlich optimal planen. Die Alternative dazu ist eine ungeplante Unternehmensnachfolge, für die in jedem Fall ein Notfallplan existieren sollte, beispielsweise wenn jemand verstirbt oder erkrankt.

Schritt 3: Fairness für die Stakeholder

Die weichenden Erben sollten daher möglichst frühzeitig mit in die Gespräche eingebunden sein. Es gilt: „Fair ist, was als fair empfunden wird und das ist verhandelbar“.

Schritt 4: Die Unternehmensentwicklung

Jede Unternehmensnachfolge ist einzigartig und verändert.  Veränderungsprozesse lösen naturgemäß Unsicherheiten aus. Die Beteiligten stehen neuen Ideen und Innovationen schnell skeptisch gegenüber, wenn sie nicht in die Informations- und Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden. In Zeiten der Digitalisierung, die durch Corona einen enormen Schub bekommen hat, zählt der Mensch mehr denn je und kreative Ideen entstehen im Zusammenspiel von Teams. Es ist wichtig, sich auf die vorhandenen Stärken und Möglichkeiten zu fokussieren.

Schritt 5: Rechtssicherheit durch tragfähige Verträge

Wenn die Nachfolge durch einen gültigen Vertrag geregelt ist, entsteht eine stabilisierende Rechtssicherheit und Klarheit für alle Beteiligten. Wer dagegen die Nachfolge betreffende Entscheidungen – bewusst oder unbewusst – nicht zu Ende denkt oder vorschnell einen Vertrag aufsetzen lässt und unterzeichnet, programmiert durch fehlende Regelungen, Testamente oder Verträge spätere Konflikte bereits vor.

TIPP: Prüfen Sie Vertragsinhalte immer auf ihre mittel- und langfristige Tragfähigkeit hin mit ausgewählten Fragen.

Die fünf Kernelemente richtig verhandeln

Je besser eine Nachfolge mit allen Beteiligten verhandelt über Erwartungen, Bedürfnisse und Machbarkeiten verhandelt wird, desto erfolgreicher gestaltet sie sich.

Beispiel eines Bau- und Immobilienunternehmens

Ein Bauunternehmen soll an den 28jähigen Sohn und die 25jähige Tochter übergeben werden. Während der Sohn alle Geschäfte samt operativen Tätigkeiten übernimmt, wird die Tochter auf eigenen Wunsch ausschließlich als Gesellschafterin beteiligt.
In Coachings und Verhandlungen werden alle Beteiligten optimal auf den Nachfolgeprozess vorbereitet. So können Konfliktpotenziale frühzeitig ausgeräumt werden, sodass Ungereimtheiten am besten erst gar nicht entstehen.

Bereits Ende 2020 konnten wir erkennen: durch Corona sind viele Entscheidungen gar nicht mehr aufschiebbar, auch Investitionen werden rechtzeitig durchgeführt und dies in enger Abstimmung zwischen den Beteiligten.

Tipp: einen Familienkodex erstellen und updaten

Wenn mehrere Generationen oder Familienstämme in einem Unternehmen agieren, empfiehlt sich die Erstellung eines individuellen Familienkodex. Als eine sogenannte Familienverfassung enthält er als eine normative Vereinbarung Regeln für relevante Aspekte wie zum Beispiel den Verkauf von Unternehmensanteilen, Rechte und Pflichten von zukünftigen Übergebern und Übernehmern oder die Ausübung von Stimmrechten sowie Ausschüttungspolitik, Aufgriffsrechte und Syndikate.

Es gibt viele Auslöser für Konflikte innerhalb eines Unternehmens, insbesondere eines Familienunternehmens.  Ein Familienkodex dient somit der Konfliktprävention, damit die Eigentümer und die Beteiligten rascher zu neuen Entscheidungen kommen.

2021: Vorsicht bei Unternehmenskäufen

Der Letter of Intent ist eine schriftliche Absichtserklärung in der Pre-Signing-Phase, also vor Vertragsunterzeichnung, mit der das grundsätzliche Interesse an der Durchführung einer Transaktion verschriftlicht wird. Dabei handelt es sich um einen Vorvertrag.

Es werden die Transaktionsstruktur und das weitere Vor­gehen skizziert. Speziell für den Unternehmenskauf hat sich diese Form der Absichtserklärung durchgesetzt. Gerade in unsicheren Zeiten sind klare Verhandlungen und Aus­formulierungen umso wichtiger. Stellen Sie wesentliche Fragen: Ist der Kaufpreis (noch) realistisch? Wie sind die Kunden und Lieferanten durch eine Krise wie z.B. die Corona-Krise ge­kommen? Gibt es Risiken von Reisebeschränkungen?

Fragen? Kontaktieren Sie uns
Info-Termin direkt mit Mag. Sandra Thaler vereinbaren

Aktuelle Termine 2021 und Anfragen für Nachfolge-Webinare, Nachfolge-Keynotes senden Sie gerne an: office@sandrathaler.com

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Allgemein Arbeitswelt Konfliktmangement Unternehmenskultur

Konfliktprävention im Homeoffice

Werner Unterfurtner und ich sind seit 2008 als eingespieltes Mediatoren-Team für Unternehmen im Einsatz. Wir haben Methoden weiterentwickelt und können uns blind aufeinander verlassen, wenn wir herausfordernde Prozesse gemeinsam hin zu tragfähigen Lösungen leiten.
In diesem Blog teilen wir Ideen & Tipps, wie Homeoffice aus und Zusammenarbeit noch besser gelingen können.
Schreibt uns gerne!

"Die Unternehmensleitung muss klar kommunizieren, dass Homeoffice denselben Stellenwert hat wie das Arbeiten vor Ort"
Werner Unterfurtner, MSc
HR-Manager & Wirtschaftsmediator

Frage 1: Wie verändert die Corona-Pandemie die Gesellschaft und Wirtschaft?

Werner Unterfurtner: „Das Leben, das wir bisher kannten oder wie wir es bisher gewohnt waren, wird von heuer an ein anderes sein und uns in den kommenden Jahren noch deutlich beeinflussen.

Unternehmen, denen die Sicherheit und der Schutz ihrer Mitarbeiter*innen am Herzen liegt und die bereits zu Beginn der Pandemie in Schutzmaßnahmen investiert haben und vor allem klare firmeninterne Regelungen erstellt haben, steigern die Mitarbeiterzufriedenheit und werden als Arbeitgeber am hart umkämpften Arbeitsmarkt bekannter und (noch) attraktiver“.

Homeoffice Tipp # 1 Meetings und Pausen planen, im Kalender eintragen und einhalten! Pausen und das Einhalten von Zeitlimits signalisieren Respekt
Sandra Thaler
Wirtschaftsmediatorin & Business Coach

 

Frage 2: Ist Homeoffice gut oder schlecht? Wie wirkt es sich auf den internen Zusammenhalt in Unternehmen aus?

Werner Unterfurtner: „Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten, denn dafür braucht es zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmer*innen ganz klare Rahmenbedingungen. Die Mitarbeiter*innen sparen sich zum Teil lange Arbeitswege, vermeiden Stress, Staus und Verspätungen von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Der Arbeitsbeginn im Homeoffice beginnt damit schon deutlich entspannter als wenn man als Arbeitnehmer*in gehetzt und vielleicht erst knapp vor Arbeitsbeginn am Arbeitsplatz ankommt. Durch den Wegfall der Wegzeiten bleibt für alle Arbeitnehmer*innen in Homeoffice am Ende deutlich mehr Freizeit und sie ersparen sich auch zusätzlich noch die Fahrtkosten (Treibstoff, Tickets).

Homeoffice ist meiner Ansicht nach langfristig aber nur dann sinnvoll, wenn auch im eigenen Zuhause ein ruhiges Arbeitsumfeld gegeben ist. Dies setzt einen eigenen und von Störungen abgeschlossenen Raum voraus, denn ein Arbeiten am Esstisch ist zwar kurzfristig und im Notfall möglich, für ein längerfristiges Arbeiten sollte aber auch zu Hause der Arbeitsplatz ergonomisch richtig gestaltet sein. Konzentriertes Arbeiten wird durch das Homeoffice in vielen Fällen sogar einfacher, da gerade in Großraumbüros der Lärmpegel und das Raumklima nicht immer optimal sind.

Nicht alle Arbeitnehmer*innen schaffen es, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit einzuhalten und können deshalb auch im Home-Office nicht so einfach abschalten. Speziell aus arbeitspsychologischer Sicht ist dies daher zu thematisieren und die Mitarbeiter*innen dazu mit Tipps zu unterstützen.

Damit aber der Teamgeist und die Zugehörigkeit zum Team nicht verloren gehen, ist auch meiner Sicht ein Hybrid-Modell (z.B. 2-3 Tage Homeoffice, 2-3 Tage ein Arbeiten am gewohnten Arbeitsplatz im Unternehmen) zu wählen. Dadurch bleiben die Mitarbeiter*innen in Homeoffice mit den Kolleg*innen vor Ort in direktem persönlichen Kontakt und die sozialen Kontakte zu anderen Mitarbeiter*innen bleiben bestehen“.

                               Bild: Werner Unterfurtner, MSc 

Homeoffice Tipp #2: Rituale geben Rahmen "Wieviel im Büroalltag abseits der eigentlichen Arbeit an Rahmen vorhanden ist, wird jetzt deutlich. 😮 Das gemeinsame Mittagessen in der Kantine oder das zufällige Treffen am Gang, wo diverse Neuigkeiten ausgetauscht werden: all diese sozialen Aspekte tragen wesentlich zum Zusammenhalt und einer positiven Grundstimmung bei. ✨ Was tun, wenn diese Rahmenbedingungen wegfallen? Am besten ahmt man diese Situationen innerhalb der Möglichkeiten nach. Das bedeutet, dass es gemeinsame, im Kalender geplante, virtuelle Kaffeepausen gibt. Allerdings gilt es dabei Gesprächsdisziplin zu halten, da parallelen Gesprächen innerhalb einer Konferenz nicht gefolgt werden kann. Das zufällige Treffen am Gang, kann durch ein kurzes Telefonat abgebildet werden. Es reicht dabei vollkommen aus, sich einfach um das Befinden seines Gesprächspartners zu erkundigen"
Sandra Thaler
Wirtschaftsmediatorin & Business Coach

 

Frage 3: Gibt es emotionale Nachteile durch online Kommunikation und die Zunahme durch Konflikte dadurch? Wenn ja, wodurch zeigt sich das?

 

Werner Unterfurtner: „Nachdem es in vielen Unternehmen bisher noch nicht üblich war Mitarbeiter*innen Homeoffice „zu erlauben“, muss klar von der Unternehmensleitung kommuniziert werden, dass Homeoffice denselben Stellenwert hat wie das Arbeiten vor Ort. Zur Vermeidung von Konflikten kann – wie schon im vorigen Punkt angemerkt – ein Hybrid-Modell und auch eine langfristige Planung von gemeinsamen (Online-)Besprechungszeiten helfen und dafür sorgen, dass die Kommunikation untereinander optimal funktioniert und die Verbundenheit zum Unternehmen und den Mitarbeiter*innen vor Ort weiterhin gegeben ist.  Wichtig ist es auch klare Regelungen zur Erfassung der Arbeitszeiten, zu zeitlichen Obergrenzen, zur Pausenregelung, zu Arztbesuchen und zur telefonischen Erreichbarkeit zu erstellen, damit die Zusammenarbeit zwischen Kolleg*innen die zu Hause arbeiten und jene, die (weiterhin) im Büro sitzen auch klappen kann und man damit unnötige Konflikte vermeidet. Durch eine „ehrliche“ und transparente Arbeitszeit- und Pausenaufzeichnung der Mitarbeiter*innen im Homeoffice wird auch den Kolleg*innen vor Ort vermittelt, dass Homeoffice keine bezahlte Freizeit ist, sondern dass sehr wohl die Arbeitsaufgaben im Homeoffice – nur halt mit flexiblerer Zeiteinteilung – erledigt werden.“

Homeoffice Tipp #3 Kommunikation & Konfliktmanagement im Fokus ⚡️ "Eine entscheidende Einschränkung betrifft die fehlende nonverbale Kommunikation. 😶Introvertierte Mitarbeiter neigen dazu, sich in der virtuellen Kommunikation noch weniger einzubringen. Im physischen Aufeinandertreffen erkennt man relativ rasch, ob sein Gegenüber einer Aussage zustimmt oder nicht und kann durch aktives Nachfragen die Meinung einholen. Um diese mitunter wertvollen Einwände nicht zu verlieren, brauchen wir aktives Feedback oder Einverständnis zu einzelnen Aussagen. 💬 Informieren Sie andere ehrlich, rechtzeitig und mit klaren Worten. Kommt es zu Vorwürfen, gehen Sie nicht auf Tauchstation oder in eine Schuldposition, sondern bleiben Sie auf Augenhöhe und zeigen Sie Interesse für die negativen Folgen und Konsequenzen, die jemand gerade erlebt oder zu erleben glaubt. Hören Sie auch bei Negativem zu, ohne vorschnell zu bewerten".
SandraThaler
Wirtschaftsmediatorin & Business Coach

Mehr zum Mediatorenteam Werner Unterfurtner, MSc und Mag. Sandra Thaler – wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme
Information und Kontakt

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Arbeitswelt Konfliktmangement Online-Mediation

Online Mediation – Ausweg in der Krise

Mit zunehmender Dynamik steigen Verteilungskonflikte und wirtschaftlichen Krisensituationen. Die Nachfrage nach Mediation ist stark angestiegen. Im Kollegenkreis tauschen wir, Martin Golder, Gudrun Turek-Lima, Sarah Blake, Karl Pramhofer und Sandra Thaler, uns national und international über die Coronakrise, die Online-Mediation, Homeoffice und Vor- und Nachteile durch die digitale Kommunikation aus. 

Corona hat uns ausgebremst, jetzt ist Handeln angesagt

"Durch Online-Mediation können wir Menschen zusammenbringen, die geografisch getrennt sind"
Martin Golder
Mediator, Kanada

Über die  Krise sagt Martin Golder: „Die Covid-Pandemie hat viele Facetten. Sie hat uns ausgebremst. Wir waren und sind ein Schnellzug, der auf eine Mauer zusteuert. Die Menschen sind verunsichert, teilweise schockiert und wir sind dabei, unsere Zukunft zu gestalten. Durch die Online-Mediation können wir Menschen zusammenbringen, die geografisch getrennt sind“.

"Die Online-Mediation hat durch die Digitalisierung hat einen enormen Schub bekommen"
Gudrun Turek-Lima
Mediatorin & Konfliktcoach, Graz

Ich spreche mit Wirtschaftsmediatorin Gudrun Turek-Lima darüber, wie Corona die Gesellschaft und Wirtschaft verändern wird: „Zum jetzigen Zeitpunkt finde ich eine Antwort darauf schwierig“, sagt sie. Von Isolation und „Wir sind Wir“ -Denken, Erstarken des Nationalismus, weniger internationale Zusammenarbeit bis hin zu positiveren Entwicklungen wie verstärkte Bedeutung regionaler Strukturen, Nachhaltigkeit, soziales Wirtschaften und flexiblerer Umgang mit Veränderungen, ist alles möglich.

"Die harten Gespräche sind wirklich wichtig. Dadurch entsteht etwas Neues"
Sarah Blake
Conflict Strategist, Mediator, Austrialien

Sarah Blake sagt: „Es geht darum, den Menschen zu helfen, Vertrauen in den Veränderungsprozess zu haben, damit sie sich mutig in die Verwirrungen hineinlehnen. Wir zeichnen uns als Mediatoren gerade durch unsere speziellen Konfliktlösungskompetenzen aus und verstehen, dass diese Zeiten nicht normal sind, aber dass sie Gelegenheit für Innovation und Veränderung bieten. Wir können unseren Klienten helfen, die richtigen Fragen zu finden, sich auf die Zukunft zu konzentrieren und nicht die Vergangenheit zu beschuldigen.“ Und Sarah führt weiter aus: 

„Beide Formate – online wie face-to-face – können aufregende und kreative Lösungen erzeugen. Was mehr zählt, ist die Fähigkeit des Moderators, das richtige Umfeld und die richtige Struktur zu schaffen. Es gibt so viele innovative Tools, die zur Förderung der digitalen Kreativität beitragen. Wenn der Moderator diese jedoch nicht verwendet und die Menschen nicht in die Diskussion einbezieht, werden die kreativen Ergebnisse viel schwieriger. Vertrauen ist fragiler und es besteht ein starkes Risiko, dass Parteien nicht zu den erwünschten Vereinbarungen gelangen. „

Homeoffice & digitale Meetings

"Homeoffice reduziert die Kommunikation auf das Wesentliche. Daher fördern wir die Zusammenarbeit auf allen Ebenen"
Wirtschaftsmediator
Sandra Thaler
Wirtschaftsmediatorin, Business Coach, Linz

„Zu beobachten ist, dass sich Homeoffice und digitale Meetings unterschiedlich auf unsere Klienten auswirken.  Für viele  ist es ein Glücksfall, weil sie sich Reisezeiten, den Weg zur Arbeit ersparen und gerne in der eigenen Umgebung sind. Andere fühlen sich einsam und vermissen die Kollegen. Für einige ist das Arbeitsumfeld ihr soziales Leben. Homeoffice lässt da Konflikte entstehen, wo es keine klaren Vereinbarungen darüber gibt. Daher sind offene und klare Kommunikation und Transparenz das A und O für reibungsfreie Abläufe puncto Homeoffice. Wir fördern die Zusammenarbeit auf allen Ebenen, online und face-to-face.“

Eine weitere Frage, die uns alle beschäftigt: Was sind die Nachteile des fehlenden persönlichen Kontakts?

Martin Golder: „Wir sind soziale Wesen. Persönlicher Kontakt, auch körperlicher Kontakt, ist sehr wichtig für unser Wohlbefinden. Der Blick in die Augen. Der Händedruck, die Beobachtung der Körpersprache. Sicherlich kann der funktionale Teil ohne persönliche Treffen erreicht werden.

Für Gudrun Turek-Lima ist klar: „Im persönlichen Kontakt kann ich den anderen in seiner Gesamtheit wahrnehmen. Während man bei E-Mails den anderen nicht sieht, “ Die Erfahrung, dass sich Menschen durch Online-Kommunikation und eine damit verbundene physische Distanz isolierter fühlen, hat sie nicht gemacht.

„Vielen Klienten fällt es durch die Distanz sogar leichter, heikle Dinge anzusprechen“, sind wir uns alle einig.

Die Hemmschwelle ist kleiner geworden
Während des Lockdowns haben wir bei sandrathaler.com im März datenschutzkonforme Plattformen installiert und unsere Klienten in laufenden Change- und Mediationsprozessen nahtlos digital weitergeführt. Gerade in Nachfolgeprozessen können wir uns keinen Stillstand leisten. Das neue BuchWebinare und Onlinekurse sind während dieser Zeit auch entstanden. Digitale Meetings können genauso kreativ ablaufen!

Martin Golder fügt hinzu: „Kreativität hängt nicht unbedingt mit digital v personal zusammen. Selbst routinemäßig erscheinende Mediationen können sich plötzlich in eine neue Richtung entwickeln. Die Grundsätze sind persönlich und online dieselben: Zuhören, freundlich bleiben, Interesse zeigen“.

Online Mediation

Sandra Thaler

„Termine sind online buchbar. In der Praxis bewährt sich die Online-Mediation da, wo es um Sachfragen und Informationsaustausch geht. Die Nachfrage ist besonders bei Team- und Führungsfragen gestiegen.  So können wir binnen relativ kurzer Zeit Missverständnisse und Fehler in der Kommunikation beheben.“ Beispiele dazu finden Sie auf sandrathaler.com.

"Für intensive Vergleichsverhandlungen braucht es Mimik, Gestik und Körpersprache"
Dr. Karl Pramhofer
Richter am Handelsgericht Wien, Mediator

Online-Meetings nimmt HR Dr. Karl Pramhofer, Mediator und Richter am Handelsgericht Wien, sehr differenziert wahr. „Für die Gerichte ergeben sich enorme Herausforderungen und Verfahrensverzögerungen. Virtuelle Verhandlungen zum Beispiel via Zoom passen für den Austausch von Sachargumenten. Für intensive Vergleichsgespräche braucht es aber Mimik, Gesten und Körpersprache, weil es da primär um die Bedürfnisse der Medianden geht. Die Vorteile der Mediation liegen auf der Hand, weil sie allgemein zeitnahe Lösungen bringen.“

Sarah Blake: „Ich persönlich bevorzuge eine Kombination: viele Vorbereitungsarbeiten sind für das digitale Format sehr gut geeignet, aber das Zusammenbringen von Menschen in einem Raum bringt eine Energie mit sich, die in den dunkelsten Konflikten das unerwartete Licht sein kann, das zur Lösung führt“.

Online Mediation – Information und Buchung

Eventtipp **** 24.11.2020
Online Symposium Wirtschaftsmediation
www.symposium-mediation.at

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Unternehmensnachfolge

Im Interview zum neuen Buch Unternehmensnachfolge

Mag. Doris Schulz hat mich im Rahmen Ihres Podcasts „Raus aus der Couch“ zu meinem neuen Buch „Erfolgreiche Unternehmensnachfolge – Erfahrungen aus Industrie und Wirtschaft“, das gerade veröffentlicht wurde, in Linz interviewt. 
Ich freue mich über die interessanten Fragen und den spannenden Austausch.

Lesen Sie hier einen kurzen Textauszug aus diesem Interview.

Doris Schulz: „Sie beschäftigen schon sehr lange mit dem Thema Betriebsübergabe und leiten als Juristin und Wirtschaftsmediatorin seit 2004 erfolgreiche Nachfolge- und Mediationsprojekte.
Wie kann man sich Ihre Unterstützung bei einer Unternehmensnachfolge vorstellen?“

Sandra Thaler: „Die Unternehmensnachfolge ist einer der wichtigsten Themen an unserem Wirtschaftsstandort. Sie wird leider unterschätzt.
Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Unternehmen in ganz Mitteleuropa zu rund 90 Prozent familiengeführt sind und dass es hier um zigtausende Arbeitsplätze geht und um Standortsicherung.

Wenn ein Unternehmen erfolgreich weitergeführt wird – und ich hab mir selbst die Unternehmen zum Vorbild genommen, die über einen langen Zeitraum hinweg erfolgreich sind – bedeutet das, die junge Generation auch zu begeistern, denn die Anforderungen sind andere und die Ansprüche sind andere geworden.

Daher ist es mir ein großes Anliegen, die Unternehmensnachfolge im neuen Buch aufzuzeigen, mit den Auswirkungen, die sie eben hat und um Inspiration für die Unternehmensentwicklung, damit dieser Meilenstein gelingt. Hier arbeiten wir in fünf Schritten, die für den Erfolg der Unternehmensnachfolge entscheidend sind:

Ausschlaggebend ist einmal die Frage: „Wer führt das Unternehmen weiter?“ Den passenden Nachfolger zu finden – ob M&A oder familieninterne Nachfolge.
Zweitens: den richtigen Zeitpunkt dafür zu wählen.
Wir haben durch Corona natürlich andere Bedingungen, insbesondere, wenn ein Unternehmen verkauft werden soll. Drittens spielen natürlich die weichenden Erben eine wesentliche Rolle, das ist teilweise eine Finanzierungsfrage und es ist wichtig, sie mit Fingerspitzengefühl in den Prozess einzubinden.

Im vierten Schritt folgt das neue Unternehmenskonzept. Und ich hab das in den letzten Jahren miterlebt, es ist durch die Digitalisierung eine ganz große Chance, sich neu aufzustellen. Und letztlich der fünfte Meilenstein in der Unternehmensnachfolge sind tragfähige Verträge und Vereinbarungen. Hier gibts vieles, das in der Vorbereitung wichtig ist, daher gibt es auch einen Onlinekurs „Erfolgreiche Nachfolge“ den wir für die Vorbereitung auf die Unternehmensnachfolge entwickelt haben.

Im vergangenen Jahr habe ich rund 30 Vorträge für rund 2000 Menschen zum Thema in Österreich, Deutschland und Südtirol gehalten und so in den Gesprächen danach und zusammen mit den Erfahrungen in meiner Praxis viel Stoff gesammelt – und das finden Sie mit den Erfahrungsberichten und Praxisbeispielen, Interviews, Checklisten und fünf Kernelementen in der neuen Lektüre.“

Buchcover: Erfolgreiche Unternehmensnachfolge - Sandra Thaler

Wo ist das Buch erhältlich?

Das Buch ist überall im Handel erhältlich und auch im Onlinehandel bestellbar, Preis: € 19,90

Konstruktive Lösungsansätze, um Unternehmenskontinuität zu gewährleisten, werden in dieser spannenden und informativen Lektüre aufgezeigt.“

Dr. Christoph Leitl, Präsident der Europäischen Wirtschaftskammer

 
Titelbild: Mag. Doris Schulz
Quelle: Podcast (im Orginial) „Raus aus der Couch“ 

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Allgemein

Erfolgsfaktor Kommunikation – Keynote am 30.08. in Steyr

Langfristig denken, sich und andere gut führen und andere für Ziele & Vorhaben gewinnen können - auf Augenhöhe
Sandra Thaler
Wirtschaftsmediatorin

Das Steyrer Unternehmernetzwerk stellte mir im Zuge meines Gastvortrages die Frage, was die Resilienz von Organisationen & Unternehmern stärkt und was uns kooperativer macht.
Wie sich Konflikte einfacher lösen lassen und was den Zusammenhalt stärkt – zeige ich anhand von mediativen Tools und Praxisbeispielen auf.

Im Hotel Mader in Steyr erleben wir ein tolles Ambiente und kulinarische Highlights.

+++Book preview: Das neue Buch „Erfolgreiche Unternehmensnachfolge“ erscheint im September 2020
Vorbestellungen: office@sandrathaler.co

Buchpremiere

Danke an Sandra Thaler für den extrem spannenden Vortrag. Win-Win-Strategien und Selbstreflexion - eine perfekte Erfolgskombination

Dr. Susanne Döberl

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Arbeitswelt Konfliktmangement Krisenmanagement Unternehmensnachfolge

Erfolgsfaktor Kommunikation in der Krise

Liebe Leserin, lieber Leser!

Die Wirtschaftsmediation und mediative Tools stellen den professionellen Umgang mit Krisen- und Konfliktsituationen sicher. Im Beitrag sind Auszüge aus aktuellen Keynote und Webinarprogrammen  und Impulse für ein kooperativeres Handeln & Kommunizieren. Viel Freude beim Lesen!
Herzlich Sandra Thaler

Was macht die Krise mit den Menschen?

Die Rahmenbedingungen verändern sich ständig. Wir können nicht – und schon gar nicht über einen längeren Zeitraum hinweg – fix wissen, wie es kommen wird.
Das sieht zum Beispiel für ein Logistikunternehmen so aus, wie ein Kunde beschreibt: „Logistikpläne lassen sich normalerweise gut erstellen, auch in die Zukunft, mit Abweichungen, eine gewisse Sicherheit ist da.
Doch was jetzt passiert, macht die Situation sehr komplex: Grenzen werden über Nacht geschlossen, in unterschliedlichen Ländern herrschen unterschiedliche Regelungen, Verordnungen und Gesetze, in einer Geschwindigkeit, die sich im Wochenrythmus ändern können. D.h. ich kann nicht im Herbst für das nächste oder übernächste Jahr planen, sondern für die nächsten 2-4 Wochen, kurzfristig kann sich vieles ändern“.

In nahezu allen Branchen scheinen Sicherheiten zu verschwinden. Veränderung macht Angst. Und Angst wiederum lässt Spannung entstehen und das führt dazu, dass Konflikte und Interessenskollisionen vermehrt auftreten. „Gesundheit versus Geschäft“. Vieles gelingt dennoch und die Menschen haben sich mittlerweile an die Auflagen und Einschränkungen gewöhnt.

„Dennoch ist Angst spürbar, der Ton schärfer, die Maßnahmen drastischer, die Menschen distanzierter.

Was können wir daher tun, um uns gut in der stürmischen Zeit aufzustellen?

📌 Der erste Schritt ist, der Angst offensiv zu begegnen.
Zum Beispiel dadurch, dass wir den Umgang mit komplexen und nicht planbaren Situationen noch besser lernen. Komplexität entsteht nicht erst durch die Covid19-Krise: Sie wird befeuert durch die Digitalisierung, das Internet, schnelllebige Informationen zu Konsumenten, Die Reaktionszeit wird immer kürzer auf die Interaktionen.

Bedenke: Kunden erleben eine enorme Angebotsvielfalt und eine hohe Dynamik am Markt. Aus dem heraus entsteht wiederum Komplexität für jedes Unternehmen. Daher müssen Unternehmen schneller auf Veränderungen re/agieren. Das wiederum beinhaltet, mehr und differenzierter zu kommunizieren.

 ℹ️  Hierarchische und bürokratische Wege spielen eine wesentliche Rolle, wie schnell Kommunikation erfolgt!

Umso wichtiger wird das Zusammenspiel der Kräfte innerhalb der Organisationen und innerhalb von Netzwerken. Mehr denn je kommt es jetzt auf Kooperation und gelebte Win-Win-Strategien an. Kompetenzen und Skills sind trainierbar.

📌 Resilienz stärken
Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit. Es ist die Fähigkeit, Rückschläge zu verkraften.
Es kommt dabei auf innere Schutzfaktoren wie zum Beispiel innere Haltungen, Überzeugungen, Verhaltensstrategien und positive Erfahrungen der eigenen Selbstwirksamkeit an. Zu den äußeren Schutzfaktoren zählen Freundschaften, Beziehungen und eine Resilienz fördernde Umgebung und wertschätzende Unternehmenskultur.

Zu Resilienzfaktoren zählen

  • Akzeptanz der Situation
  • Optimismus
  • Lösungsorientierung
  • Verantwortung übernehmen können
  • Beziehungen und Netzwerke
  • Zukunftsorientierung
  • Sich selbst motivieren können, mit sich selbst gut umgehen können

Resilienz ist ein Muskel. Resiliente Menschen sind kritikfähiger und daher konfliktfähiger. Er braucht Training. „Es ist diese tägliche Kommunikation,

die Resilienz entstehen und wachsen lässt. Die Qualität unserer Kommunikation

von Minute zu Minute, von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag und über alle Arten von Situationen hinweg“. Siehe Brooks/Goldstein, 2009: S. 64

🗝 Selbstreflexion ist ein Schlüssel zur Resilienz. Zu verstehen, was eigentlich im Alltag passiert, welche Dynamiken ablaufen, wie sich die anderen verhalten, welche Rolle ich dabei einnehme und wie ich meine Macht beanspruche etc.
Beobachten Sie dazu einmal Ihre Selbstgespräche.

🖊 Übung: Stell dir vor, dein Handy zeichnet einen ganzen Tag lang deine Gedanken auf und am Abend hörst du, was du tagsüber gedacht hast – wie du mit dir selbst sprichst. Positiv, negativ, ausgeglichen?

Ein negatives Selbstgespräch enthält normalerweise einen dieser Gedanken:

  1. Verallgemeinerung: ich bin schon zweimal enttäuscht worden – die Leute werden mich immer wieder enttäuschen.
  2. Vorschnelle Schlussfolgerungen: „er/sie ruft nicht zurück, ich glaube, er/sie mag mich nicht“
  3. Selbstbeschuldigung: „das hätte ich anders machen sollen, ich bin ein schlechter…“

Dieses Denken demotiviert und drückt nach unten. In der Kommunikation drückt es in eine Opferrolle oder aufgrund der Wut in eine angreifende Rolle.

ℹ️ Positive Selbstgespräche zeichnen sich dadurch aus, dass sie negative Denkmuster durchbrechen. Es geht nicht darum, sich selbst davon u überzeugen, dass das Leben großartig ist, sondern sich von einem Kreislauf negativen Denkens zu befreien.

Statt zu sagen: „Das schaffen wir nie“, frag stattdessen 
💡 „Was kann ich tun, um es zu schaffen?“ Das schwingt auch für die anderen positiv mit, entspannt, schafft Vertrauen und motiviert.

Selbstgespräche erfüllen zwei verschiedene Funktionen:
Sich fokussieren und zu motivieren.

🖊 Weitere Übungen und Beispiele finden Sie in der Webinarreihe „Kommunikation in der Arbeitswelt 4.0“.

Was kann jeder Einzelne für die eigene Resilienz tun?
Sehr viel. Die eigenen Leistungsgrenzen akzeptieren, realistische Zielvorgaben setzen, optimistisch bleiben, dass diese Krise auch wieder vorbei geht. Probleme als solche erkennen und zugleich lösungsorientiert handeln.
Fehler zulassen, denn sie gehören zum Lernprozess dazu. Nicht auf den „St.-Nimmerleinstag“ warten, Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen, sich weiterbilden, aktiv die Zukunft gestalten  und gut für sich selbst sorgen, inklusive gut gewählten Auszeiten.

Was können Unternehmen & Arbeitgeber tun?
Mit realistische Ziel- und Leistungsvorgaben arbeiten, einen wertschätzenden und freundlichen Umgangston kultivieren.

Den Menschen Raum für eigene Ideen und Kreativität geben, eine konstruktive Fehler-und Lernkultur pflegen, ausreichend für Pausen und Regenerations-Phasen sorgen, uvam.

Was können Sie in Konfliktsituationen tun?

Die Opferrolle/Retterrolle/Angreiferrolle verlassen Regisseur/in sein und gestalten, Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen , den notwendigen Preis dafür zahlen und wieder ins Handeln kommen

📌KOOPERATIVER WERDEN
Kooperation ist kein Selbstläufer und braucht Struktur.
Mit dem Harvard-Konzept verhandeln wir kooperativer. Es ist eine Gesprächsmethode, um sachbezogen zu verhandeln und dabei die Qualität der Beziehungsebene zu behalten oder zu verbessern.
Sie führt über den Kompromiss hinweg zur sogenannten „Win-Win-Lösung“, was bedeutet, dass alle Beteiligten im Ergebnis einen Vorteil sehen und auch tatsächlich haben.

 Als Wirtschaftsmediatorin erlebe ich es vielfach, dass unterschiedliche Positionen in einer Verhandlungssituation dann in ein zufriedenstellendes Ergebnis münden können, wenn die Verhandler nicht in ihren starren Positionen verharren. Sobald sie sich auf das Interesse konzentrieren und davon ausgehen, dass mehrere Lösungsmöglichkeiten existieren, die es zu finden gilt, kommt es zum sog. Shift in Verhandlungen.

ℹ️ Wenn wir uns diplomatisch verhalten, dh innerlich auf Distanz zum Geschehen gehen und Kooperationsbereitschaft, signalisieren können, im Sinne von „Ich weiß, was ich will, kenne meine Ziele und bleibe dabei freundlich, verständnisvoll und am anderen interessiert“, lassen sich Blockaden und Hindernisse weitgehend vermeiden und neue Chancen tun sich auf.

Das lässt sich an einem Beispiel erklären:

A ist für Projekt X. B ist für Projekt Y. In der Verhandlung um die unterschiedlichen Positionenen gibt es anfangs nur ein „Entweder-Oder“.
Nach dem Harvard-Konzept stellen wir die Frage ganz anders: „Warum/Wozu setzt sich A für das Projekt X. ein?“ „Was will A mit Projekt X. erreichen?“ und genauso die Frage bei B mit dem Projekt Y. Dadurch gelangen wir zu den Interessen und zu den Bedürfnissen. Dadurch wird das Projektthema verhandelbar und beide einigen sich auf eine gemeinsame Vorgangsweise: 💡 Projekt B mit Elementen aus A.

📌 Negative Dynamiken auflösen können

In heiklen Kommunikations-Situationen kommt es häufig zu Spannungen. Anstatt in Richtung Lösungsfindung zu arbeiten, verläuft man sich in einem mühsamen „Spiel“ voller Vorwürfe, Anschuldigungen, Entwertungen etc.

Ein Beispiel: In einem Meeting soll ein Projekt ausgewählt werden. A beschuldigt B, nicht ordentlich gearbeitet zu haben. C will B beschützen und verteidigt B, greift A an.

Es entsteht eine Dynamik von drei Rollen:

  1. Der Verfolger fühlt sich überlegen, weiß genau wo es langgeht und tritt mit dieser selbstbewussten Haltung dem „Opfer“ entgegen. Sein Verhalten ist die Einladung an andere, in die Opferrolle zu gehen.
  1. Das Opfer geht auf die Einladung des Verfolgers ein, fühlt sich ungerecht behandelt, herabgesetzt und hilflos gegenüber den Angriffen. Entweder geht man nun trotzig zum Gegenangriff über (und wird damit selbst zum Verfolger) oder man sucht nach einem „Retter“, der aus der unangenehmen Situation heraus hilft.
  2. Der Retter spielt nun mit, indem er beispielsweise dem „Opfer“ gute Ratschläge gibt, was zu tun sei – oft reagiert das Opfer auf diese Bevormundung so, dass es den Retter angreift. „Hab ich alles schon probiert und nützt nichts, Du bist auch keine Hilfe“ etc und damit zum Verfolger wird. Oder der Retter stellt den Verfolger zur Rede – was den Verfolger oft dazu anspornt, das Opfer verstärkt anzugreifen. Und so weiter… Dieses Spiel kann sehr lange dauern. Konkret dauert es so lange, bis einer aus der Rolle aussteigt!

💡 Die Lösung ist der Ausstieg aus der destruktiven Dynamik durch

1. ERKENNEN was in der Situation gerade abläuft.

Am besten gelingt das durch Beobachten und dem Ausdruck von realen Emotionen.
Wie erlebe ich die Situation? Worum geht es mir hier? – diese Fragen sind nützlich und setze ich auch im Coaching ein.

2.VERANTWORTUNG übernehmen – eine vernünftige, handlungsorientierte Lösungsfindung in Gang bringen! Nicht darauf warten, dass der oder die andere das Problem löst…sondern jede/r packt an!

3.GRENZEN setzen: ich setze klare Grenzen und stelle konkrete Forderungen und Fragen!

🖊 Meine Frage an Sie, liebe Leser: „Wo sind Sie aus negativen Dynamiken ausgestiegen, wo sind sie in solche noch verstrickt?“ Schreiben Sie mir gerne an: office@sandrathaler.com
Klar ist: Je früher Sie aus negativen Dynamiken aussteigen, desto besser. Training dazu: Verhaltensmöglichkeiten/Statusveränderungen.

📌 Am Puls der Zeit bleiben – Praxisbeispiele

HOMEOFFICE
Vor Corona bedeutete Homeoffice die Möglichkeit, einzelne Tage von zu Hause aus zu arbeiten. Viele Unternehmen boten das ihren Führungskräften und Mitarbeitern an. Die Betonung liegt hier auf „einzelne Tage“ und vor allem auf Basis der Freiwilligkeit und auf Wunsch durch den Mitarbeiter. Seit Anfang März sind gesamte Teams und Abteilungen über einen längeren Zeitraum dezentral aufgesplittet und jeder einzelne Mitarbeiter soll von zu Hause die eigene Arbeit erledigen. Führungskräfte haben mittlerweile viel Erfahrung damit. „Ich habe meinen Chef mit einem neuen Digitalprodukt überrascht“, erzählt mir eine Coachingkundin aus Wien. Sie hat während des Lockdowns programmiert und designt. Mit dem Digitalprodukt erzielt das Unternehmen mittlerweile fast so viel Umsatz wie mit einem anderen Produkt, dessen Nachfrage durch Covid19 eingebrochenen ist.

UNTERNEHMENSNACHFOLGE
Ein Jungunternehmer, der ein Traditionshaus übernimmt, sieht die Veränderungen so: Wir bauen die Kundenaquise komplett digital auf und wir gewinnen Kunden am digitalen Wege. Wir richten unsere Projektplanung neu aus. Früher waren es zum Beispiel vier Aufträge um 200.000 Euro, jetzt sind es 25 Aufträge um 25.000 Euro. Es ist eine ganz andere Auftragslage als früher und andere Methoden zur Kundengewinnung, natürlich digital. Es gibt viel Angebot am Markt mit Online-Plattformen und vielen Freelancern. Es gilt, einen Mittelweg zu finden, man muss effizient sein und darf sich nicht unter Marktwert verkaufen

Jede Unternehmensidee braucht ihr zeitgemäßes Gefäß

📌 Wie kommen wir gemeinsam  schneller und vor allem reibungsfreier zu neuen Ideen & Lösungen? Die neue Webinarreihe „Kommunikation in Arbeitswelt 4.0“

NEW BOOK: +++Im September erscheint das neue Buch „Erfolgreiche Unternehmensnachfolge“, von Mag. Sandra Thaler.  Mit zahlreichen Methoden zur Konfliktlösung und konstruktiver Kommunikation. Mit Checklisten, Fallbeispielen, Interviews, 117 Seiten. Jetzt vorbestellbar.

Tipp: Weitere interessante Impulse zu Kommunikation in der Krisenzeiten lesen Sie im HR/Cafe von heidlmair kommunikation.

Podcast Interview mit Sandra Thaler für Mag. Doris Schulz, Raus aus der Couch 🎧 

Schreiben Sie mir, kontaktieren Sie uns! Wir freuen uns 
Ihre 
Wirtschaftsmediatorin Mag Sandra Thaler

 

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Mag. Sandra Thaler ist Wirtschaftsmediatorin, Juristin und Business Coach seit 2004

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Arbeitswelt

Komplexität auf den Punkt gebracht

Komplexität bringt es mit sich, dass die heutigen Antworten ihre Gültigkeit morgen schon wieder verlieren können.

Wie können wir besser mit Unsicherheiten
umgehen?
In diesem Zusammenhang stellen sich noch weitere wichtige Fragen:

• Wie ticken Kunden heute?

• Wie hat sich das Marktumfeld verändert?

• Gibt es noch Planungssicherheit?

• Hierarchie und Management – braucht es das noch?

Den Antworten auf diese Fragen widmet sich das erste Modul der Webinarreihe Kommunikation in der Arbeitswelt 4.0.

Dieser Blogbeitrag bezieht sich auf den Begriff Komplexität, der für Antworten auf obige Fragen relevant ist.

1. Was bedeutet der Begriff „Komplexität“?

Komplex bedeutet laut Duden „vielschichtig, viele Dinge umfassend“.
Und wenn viele Interessen, Komponenten mitspielen, sind Sachverhalte, Dinge etc. differenziert zu sehen, nicht richtig oder falsch, nicht schwarz oder weiß, nicht gut oder schlecht.
In der Praxis wird komplex oft als kompliziert beschrieben, was nicht stimmt und den Kern nicht trifft. Daher sehen wir uns die Begriffe näher an:

Kompliziert ist zB ein Uhrwerk, denken wir an eine Rolexuhr. Angenommen sie wäre defekt und wir sollten sie reparieren: das wäre für uns kompliziert. Kompliziertheit gilt als Maß der Unwissenheit, weil wir eben noch nicht wissen, wie wir das Werk funktioniert. Wir können es aber durch Zukauf von Wissen beheben. Auch ein Smartphone ist kompliziert, oder viele Google-Tools wie Maps etc. hier stecken Algorithmen dahinter, es ist alles planbar und automatisierbar.

Ganz anders ist es zum Beispiel am Fußballfeld. Menschliches Verhalten ist nicht planbar und nicht gänzlich beeinflussbar. Je überraschungsreicher eine Situation ist, je mehr Ideen des Wettbewerbs es gibt, desto mehr kann man von Komplexität sprechen.
Vieles ist nicht planbar, vieles bleibt ungewiss. Das hat auch Vorteile: ein Fußballspiel ist gerade deshalb so spannend, weil der Ausgang ungewiss ist.
Komplex ist auch die Medizin, komplex sind Unternehmen, Organisationen, der Markt…..überall, wo menschliches Verhalten eine entscheidende Rolle spielt.
Es genügt hier nicht, Wissen zu zukaufen, sondern hier unsere Erfahrungen und Haltungen gefragt, mit dem NEUEN umzugehen. Durch Ideen, Vertrauen, Teamgeist und vor allem durch Kommunikation.

Alle Termine für die neue, sieben-teilige Webinarreihe Kommunikation in der Arbeitswelt 4.0

2. Was treibt die Komplexität an?

Die Antwort: Dynamik.
Tempo, die Anzahl der Menschen, je schneller, je mehr Interessen, desto komplexer wird eine Situation.
Denken wir an einen Nischenproduzenten wie zum Beispiel einen Schiffschraubenproduzenten. Am Markt herrscht wenig Dynamik, wenig Mitbewerb, lange Projektlaufzeiten, daher auch wenig Komplexität.
Anders ist es beispielsweise für den App-Entwickler, der sich auf Massenmärkten behaupten muss.
Im Alltag erleben wir ständig komplexe Aufgaben, in denen vieles unklar, unsicher, unplanbar ist. 
Alles als Ganzes zu begreifen, ist nicht machbar.

3. Wie kann man mit Komplexität umgehen?

Eine komplexe Situation lässt sich niemals gesamthaft begreifen oder sogar lösen. Eine Möglichkeit, damit umzugehen, sind Cluster zu bilden, die Herausforderungen in kleinere Portionen zu teilen: Fahren auf Sicht, Schritt-für Schritt-Maßnahmen.
Eine andere Möglichkeit ist, Neues zu kreieren, sich der Chancen durch die Komplexität zu bedienen.
Die Kommunikation spielt überall eine zentrale Rolle.
Die Mediation bietet wertvolle Ansätze und Tools dafür.

Im Wissenszeitalter wird die Komplexität in der Arbeitswelt eine Konstante bleiben, in der positive Emotionen, Sicherheitsgefühl, Zugehörigkeitsgefühl, Freude und Sinn mehr zählen als reine Argumente wie die Höhe des Gehalts.

4. Komplexität: was macht das mit den Menschen?

Die Antwort: Orientierungslosigkeit. Komplexität bringt es mit sich, dass das Sicherheitsgefühl abhanden kommt.
Dadurch kann auch das Konfliktpotenzial steigen.
Wenn zunehmend Situationen entstehen, in denen wir die Dinge nicht verstehen können, gewinnt Vertrauen eine zentrale Rolle.

Daher ist Führung gut beraten, wenn sie mehr auf Sinn, Ziele & Vertrauen und weniger auf Regeln und Kontrolle setzt.
Die Aufmerksamkeit, die Influencer von ihren Followern erhalten, lässt sich zu einem Teil mit Vertrauen erklären.
Und je höher die Dynamik, je höher die Komplexität, desto mehr suchen die Menschen wieder nach Orientierung.

 

Link zur aktuellen Webinarreihe 
Kommunikation in der Arbeitswelt 4.0

Fazit:
Komplexität auf den Punkt gebracht bedeutet die Notwendigkeit, unterschiedliche Interessen auf einen Nenner bringen zu können und Schritt-für-Schritt zu planen.
Die Führung gibt den klaren Rahmen vor und setzt auf Vertrauen
in ein starkes, breit aufgestelltes Team, das eigenverantwortliche Entscheidungen trifft.
Die wertschätzende Kommunikation spielt in der Arbeitswelt 4.0 eine zentrale Rolle.

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Mag. Sandra Thaler ist Wirtschaftsmediatorin, Juristin und Business Coach seit 2004